Franz Herda (*1887): Fluß-Wehr (Oberpfalz) - Öl/Leinwand

Franz Herda (1887 Brooklyn – 1965 Staudach/Tegernsee)

Altes Wehr
(vermutl. in der Oberpfalz/an der Naab)

Öl auf Leinwand,
unten rechts signiert.

Auf dem Keilrahmen die Bezeichnung : Herda # 2082,
diese Nr. könnte auf eine Ausstellung hinweisen (evtl. Glaspalast).

Wohl 1930-er Jahre.

Darstellung/Keilrahmen : 58 × 76 cm.
Rahmen : 75 × 94 cm.

Das Gemälde in schöner Erhaltung,
auch die Leinwandrückseite in sehr guter, unberührter Erhaltung.
Der Rahmen der Zeit (Hammerschlagoptik) etwas berieben.
Stimmiger Gesamteindruck.

Biogramm : „Ab 1893 in Deutschland aufgewachsen. Ausb./Stud.: KGS Nürnberg; ab 1905 ABK München, Malerei u.a. bei Wilhelm von Diez; AK Berlin bei Max Liebermann. Studienaufenthalte in Paris und Florenz. Ab 1914 Kriegsfreiwilliger im 1. WK (Jagdflieger in der Göring-Staffel, lt. Benz, 2003); 1916 durch Abschuß schwer verwundet; bis 1918 Lazarettaufenthalte in Białystock und Berlin-Charlottenburg. Betritt danach nie mehr ein Flugzeug. Verdienstkreuz und Invalidenpaß. 1918-19 in Berlin-Friedenau (Blankenburg-Str. 10) ansässig; 1918 gemeinsame Tochter Vera mit Margarete Mannke. Ab 1920 Wohnsitz in Berg (Starnberger See), dort in erster Ehe verheiratet. 1920-44 Atelier in München-Schwabing (Gabelsberger-Str. 36). Mitgl.: Münchner Künstlergenossenschaft; Reichs-Verb. bild. Künstler Deutschlands. Lehrt in den 1930er Jahren bis etwa 1942 als Prof. in Hannover. Zw. 1933 und 1945 ist H. von einem starken Impuls erfüllt, Unrecht zu verhindern. Er bemüht sich während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft vielfach um die Rettung jüdischer und politisch Verfolgter, oftmals mit hohem Risiko für das eig. Leben. Dabei nutzt er seine ges. Stellung, v.a. die amer. Staatsbürgerschaft und den dt. Offiziers-Invalidenausweis aus dem 1.WK, um Verfolgte vor dem Tode zu bewahren, z.B. Max Bachmann, den späteren Vors. der jüdischen Gemeinde in München. Im Juli 1944 wird sein Münchner Atelier ausgebombt (Bilder z.T. vernichtet). 1944-48 lebt er auf Gut Poing b. Truchtlaching bei dem Schriftsteller Friedrich (Fritz) Reck-Malleczewen, mit dem ihn eine innige Freundschaft und gemeinsame politische und moralische Überzeugungen verbinden. Er porträtiert ihn mehrfach (Portr. Fritz Reck-Malleczewen; Friedrich, beide um 1943/44, Öl/Lw.), kann ihn nach einer Denunziation aber nicht vor dem Zugriff der Gestapo retten; im Febr. 1945 wurde dieser im KZ Dachau ermordet. Auf Gut Poing versteckt H. bis 1945 auch seine jüdische Lebensgefährtin Albertine Gimpel, die er in zweiter Ehe 1948 heiratet. Mit ihr gemeinsam 1948-62 Aufenthalt in den USA. 1962 kehren beide nach Deutschland mit Schiff und Auto über Nordafrika (Casablanca), Spanien und Italien zurück. Die ersten Monate verbringen sie wieder auf Gut Poing, danach nehmen sie Wohnsitz in Unterwössen (Obb.). – H. debütiert wahrsch. schon als Student mit Werbeentwürfen (u.a. vor 1914 Reklamemarken für Konfektionshäuser und Plakate für das Berliner Vergnügungsetablissement Kroll). In den 1920er Jahren v.a. realistische Portr. und spätimpressionistisch anmutende Lsch., die auch in farbintensivem, expressiv-realistischem Stil gehalten sein können. Unter den ab 1920 entstehenden Portr. aus Münchner Ges.-Kreisen auch solche von Malerkollegen wie Heinrich Deuchert (Öl/Lw., um 1920/23). Das prominenteste Modell von H. war unzweifelhaft Albert Einstein, der von dem in New York praktizierenden Arzt und Röntgenologen Gustav Peter Bucky von H.s mutigem Einsatz für das Leben jüdischer Mitbürger in Nazideutschland erfahren hatte und ihm 1949 in Princeton drei Tage Modell saß. Dabei entstehen mindestens zwei Portr.: eine Studie (dat. Princeton 1949) sowie ein ausgef. Portr. Albert Einstein (Priv.-Bes., 2005 erstmals ausgestellt in Bern) mit Einsteins Sign. auf einem Zettel, der auf dem Rahmen angebracht ist. H. erhält Zugang zur ges. Elite mit der Möglichkeit weiterer Portr.-Aufträge. Im Umfeld der Univ. Princeton entstehen vermutlich weitere Portr., deren Eigner bisher nicht ermittelt sind. Nach der Rückkehr nach Deutschland verarbeitet H. ab 1962 Reiseskizzen (Arena von Malaga; Meeresbucht mit Booten; Torremolinos, alle Öl/Hartfaserplatte 1961-62) und malt v.a. Blumenbilder (Stiefmütterchen, Öl/Lw., um 1964).“ (AKL LXXII, 2012)

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350 EUR